Wo ist der Sommer ?

 

Dieser Sommer ist echt gewöhnungsbedürftig! Erst zu heiß und trocken, dann fast kein Tag ohne Gewitterwarnung und seit zwei Wochen Regen, Regen, Regen. Und die Aussichten? Erst ab Mitte August ist eine Besserung in Sicht – aber nur vielleicht! Im Frühling hatten uns die Wetterfrösche einen Jahrhundertsommer versprochen. Sonne pur und tropische Temperaturen, dazu wie immer sehr reißerisch in der Presse – auf uns kommt eine Mega-Dürre zu. Jetzt fragen sich alle, wo denn diese Sommerhitze steckt?

Letztes Wochenende wurden alle Veranstaltungen in unserer Gemeinde abgesagt, das Seefest am Simssee, das Weinfest in Letten, das Dorffest in Gögging und auch für unser Dorffest am kommenden Samstag sind die Prognosen sehr schlecht. In unserer Eisdiele, am Badestrand Chiemsee und im Biergarten beim Dorfwirt gähnende Leere. Wir sind jetzt schon in der zweiten Sommerhälfte angekommen und es will einfach nicht mehr sommerlich werden, von Hundstagen oder Hitzesommer sind wir weit entfernt. Wir hatten schon immer Regensommer meinte mein kluger Nachbar und fragte mich, ob mir die Hitze lieber ist. Nein, natürlich nicht! 35 Grad im Schatten ist auch mir zu heiß. Doch ich hätte nichts gegen einen stabilen Sommer mit 25 Grad und Sonnenschein, nachts ein paar Regenschauer und die Natur ist zufrieden. Es könnte die perfekte Jahreszeit sein – barfuß durchs Gras laufen, stundenlang lesend unter einem Baum liegen, am Nachmittag einen Sprung in den Chiemsee, Kaffee und Kuchen auf meiner Terrasse und am lauen Abend eine gesellige Runde im Biergarten.

Aber nein, ich sitze an meinem Esstisch, schreibe diesen Artikel und es schüttet nun schon den ganzen Tag, wie seit fast einer Woche. Das schlechte Wetter schlägt nicht nur aufs Gemüt, auch die Pflanzen kränkeln unter der Nässe. Meine Sommerblumen leiden, die Hortensien liegen trotz Stütze teils am Boden, den Tomaten wird der Regen zu viel, sie brauchen endlich wieder Sonne um reifen zu können. Halten sich Starkregen und die nass feuchte Luft über einen längeren Zeitraum, haben Pilzkrankheiten ein leichtes Spiel und die Nacktschnecken feiern Party. Bei Balkon- oder Pflanzen in Töpfen lässt sich das Problem Dauerregen relativ leicht lösen, so stehen sie jetzt alle geschützt an der Hausmauer unter dem Dachvorsprung und die ganz schweren Kübel habe ich mit Plastikplanen abgedeckt.

 

Das soll Sommer sein? Die nächsten Wochen möchte ich Sonnenschein und 25 Grad. Für jetzt bleiben mir nur die Bilder von einem Kaffeeklatsch – irgendwann im Juni bei herrlichem Wetter.